Die schusselige Emma und der heilige Antonius

Die schusselige Emma und der heilige Antonius

Emma:

Heiliger Antonius, nun geh doch mal endlich ans Telefon
damit ich dir sagen kann, was mir passiert ist.
Mein Schlüsselbund ist wieder mal weg
und du kennst doch immer jedes Versteck.
Lieber Antonius, nun geh schon ran,
damit ich mein Leid dir klagen kann

Engel sitzt am Telefon, dieses klingelt, Engel nimmt ab und horcht.
Oh weh, ein Notruf! Aus …….. ruft die Emma an. Sie hat den Haustürschlüssel verbummelt.

St. Antonius (äußerst genervt)

Emma aus ……….? Was hat die blöde Ziege denn jetzt schon wieder verloren?
Wenn mich alle Leute so beschäftigen würden wie Emma, dann hätte ich hier oben im Himmel keine freie Minute zum Hosiannasingen!

St. Florian:

Hab ich das richtig gehört? Schon wieder Emma? Na, wenigstens ist es diesmal nicht der Stecker vom Bügeleisen!“

St. Apollonia:

Die kenn ich. Die hat letztens vielleicht Theater gemacht, als sie zur Kontrolluntersuchung zum Zahnarzt musste. Beinah hätte sie ihm den Mittelfinger abgebissen, weil er ihn nicht schnell genug zurückgezogen hat.

St. Barbara:

Emma? Ist das nicht die, die sich neulich im Keller eingesperrt hat?
Wenn ich ihr Mann wäre, hätte ich die da nicht wieder rausgelassen..!

St. Antonius:

Tröste dich. Bei mir ist die Dauergast. Welchen Schlüssel sucht sie denn heute?

Engel: (Telefonhörer am Ohr)

Meines Erachtens ist es heute der Haustürschlüssel.

St. Antonius:

Mann, ist die durcheinander. Es ist erst zwei Tage her, da war das Portmonee weg und ich, menschenfreundlich und gütig wie ich bin, hab ihr sofort geholfen. Und wenn ihr glaubt, die versprochenen 5,- Euro wären genau so schnell im Opferstock gelandet, dann täuscht ihr euch. Ich bin doch kein Kreditinstitut oder ne Sparkasse! Ich find, Babsi und Flori, da könntet ihr doch mal was tun!

St. Florian und St. Barbara (unisono)

Nee, nee, das ist gar nicht unser Ressort. Verlorene Dinge fallen echt nicht in unseren Zuständigkeitsbereich. Und außerdem gehen wir gleich zur Geburtstagsfeier vom ……….. ins ……….

Emma:

Heiliger Antonius, wo bist du denn bloß,
hör doch mal deine Klingel, nun mach schon, los!
Hat dein Engel grade Pause,
oder ist er nicht zu Hause?
Langsam krieg ich Panik, Mann.
Was fang ich ohne Schlüssel an?

Engel: (nimmt ab)

Schon wieder ein Notruf! Nun müsstest du aber langsam reagieren.

St. Antonius:

Liebe Leute, ich hab jetzt grad Null Bock. Außerdem warten Nikolaus und Christopherus auf mich, weil wir einen Zug über die Milchstraße machen wollen. Und danach geht es zur Geburtstagsfeier von……
Ich finde, jetzt kann der heilige Blasius Vertretung machen. Ich bin dann mal weg!

St. Blasius:

Neeee, da mach ich aber nicht mit. Meine Aufgabe sind Gräten und heut ist schließlich nicht Freitag. Also bin ich gar nicht im Dienst. Du kannst nicht immer die unangenehmen Aufgaben auf mich abwälzen. Schlüssel sind echt nicht mein Ding!

Emma:

Heiliger Antonius, warum reagierst du denn nicht?
Du verlässt mich doch sonst auch nicht.
Ohne deine Hilfe steh ich dumm da.
Erkennst du gar nicht die Gefahr?
Ruf mich unter dieser Nummer an,
damit ich mein Haus betreten kann.

Engel: (nimmt wieder ab)

Es ist schon wieder ein Notruf von Emma.
Ich glaub, jetzt kann sie bald nicht mehr….

St.Veit:

Jetzt wird sie langsam verrückt. Die Befürchtung hatte ich schon länger.
Vielleicht hätte sie schon längst ihre Schulden bei uns begleichen sollen. Für die Rechnung, die wir mit ihr offen haben, braucht man ja schon bald einen eigenen Opferstock,

St. Antonius:

So Kollegen, jetzt müssen wir mal eine Besprechung einberufen.
Wie kann ich Emma endlich Ordnung beibringen?

Emma: (jetzt echt schrill)

Heiliger Antonius, du mein Retter,
jetzt gibt es auch noch schlechtes Wetter.
Hilf mir einmal noch und hab Erbarmen,
dann gibt’s auch nen Fünfer für die Armen.
Weil ich dir jetzt fest verspreche,
dass ich das dann nicht vergesse!

Engel: (schon wieder am Telefon)

Ehrlich Antonius, jetzt wird es allerhöchste Zeit.
Hörst du ihr Flehen nicht?

St. Antonius:

So, liebe Emma, jetzt hab ich Erbarmen
Und sag dir wo dein Schlüssel steckt.
Damit das Ganze wird zum Klacks,
schicke ich dir nun dieses Fax
(nimmt ein Blatt Papier)
Heb aus dem Korb mal den Salat,
dann hast du auch den Schlüssel parat
und für die Zukunft einen Rat:
Gedächtnistraining wäre jetzt wichtig,
dann liegst beim nächsten Mal du sicher richtig,
denn mich noch einmal anzurufen,
das musst du gar nicht mehr versuchen.

St. Veit:

Und wenn du endlich kommst zu Zaster,
bezahl bei den Nothelfern für dein Laster.
Bedenke das irdische Börsen-Desaster!
Und falls du demnächst von dir hören lässt,
dann nicht parallel zum Geburtstagsfest.
Denn heute wird der …… hier …… Jahr
Und alle Heiligen feiern da
selbstverständlich aus den Wolken mit
und wünschen nun mit diesem Lied:

Zum Geburtstag viel Glück…….



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