Freche Ostersprüche

Wenn in Nachbars so gepflegten
Garten die so sehr gehegten
Osterglocken fröhlich bimmeln.
Wenn aus allen grauen Himmeln
nicht mehr weiße Flocken rieseln
sondern dauernd Tröpfchen nieseln,
ist es wieder mal so weit:
die Zeichen steh’n auf Osterzeit.
Der Hase spitzt die Pinselhaare,
der Kaufmann prüft die Schokoware,
die Kinder freuen sich auf’s Suchen,
die Eltern backen Lämmerkuchen,
dem Lämmchen selbst wird langsam bange,
die Hühner auf der Hühnerstange
legen Eier im Akkord.
Noch warm nimmt sie der Bauer fort,
denn kaum gelegt sind sie vergeben.
So viel Eile, so viel Leben…
Das schau ich mir in Ruhe an
und denke erst einmal daran,
Euch, meinen Lieben, jetzt zu schreiben
und in dem Frühlings-Oster-Treiben
wünsch‘ ich Euch ein schönes Fest,
das, was Euch freut, genießen lässt.

Wintertage, grau verhangen…
Ihr seid vorbei –
Jetzt wird’s Zeit für’s Osterei!
Wer hat jetzt noch ein Verlangen
nach Eierpunsch und heißem Wein?
Schön bunt im Haus und draußen auch,
farbenfroh heißt jetzt der Brauch
und so soll jetzt alles sein.
Auch die Blumen legen los,
Sträucher treiben bunte Blüten.
Wer will jetzt das Haus noch hüten?
Draußen ist so viel jetzt los!
(Jedenfalls, wenn‘ trocken bleibt).
Ich hoffe, Ihr genießt das feste
und wünsche Euch das allerbeste
für eine schöne Osterzeit!

Die Sonne steht vor ihrem Spiegel
und kontrolliert ihr Strahlvermögen.
Aus dem Glitzersonnentiegel
legt sie noch ’nen Tupfer auf.
Soll’n sie doch ein bisschen warten.
Schließlich meckern sie nur ‚rum.
Der eine will für seinen Garten
nicht zu viel, der and’re mehr.
Nein, nur keine große Eile,
wenn sie strahlt, dann richtig schön.
Und das dauert seine Weile,
das warten ist nicht ihr Problem.
Und unten rätseln Elternheere:
draußen oder besser drinnen?
Obwohl es draußen schöner wäre,
doch wer will durch Regen rennen…
Und noch einmal dreht sich die Sonne,
vor dem Spiegel langsam um,
wirft sich in Pose voller Wonne,
und zeigt sich – zur Kaffeezeit – wie dumm…



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