Geburtstagswünsche in Mittelalter Sprache

Auf, ihr Spielleut’, stimmt die Leier
zur prachtvollsten Geburtstagsfeier!
Man bringe her den besten Wein,
denn Du sollst heut’ nicht durstig sein;
nein, wir woll’n tanzen, tafeln, trinken,
bis wir vergnügt zu Boden sinken!

Einst ward’ geboren ein Kindelein,
das wuchs zum Manne, edel und fein;
den führten die Füße recht gerne
alle die Jahr’ zur Taverne.
Drum hebt den Krug und füllt den Becher,
ihr allerbesten Brandweinzecher,
seid recht froh und stoßet an
auf unsern guten Saufkumpan!

Ich wünsch’, oh Herr, zum Ehrentag
Euch nicht des Alltags Müh’ und Plag’,
sondern alles Glück der Welt,
das dem Herzen wohl gefällt:
Braten, Speck und Spezereien,
ein paar schöne Ländereien,
süßen, güld’nen Honigmet,
ein Schloss, das wie ein Felsen steht,
Silbertaler und auch Gold,
ein Mägdelein, Euch ewig hold;
kurz: Alles Gute dieser Erd’
sei von nun an Euch beschert!

Wärst Du gern ein Edelmann
mit prächtigen Gewändern,
der herrscht, so weit er blicken kann
in reichen, grünen Ländern?

Oder lieber noch ein Recke,
kühner Streiter mit dem Schwert;
bekämpft Gefahr an jeder Ecke,
wie es uns die Sage lehrt?

Was ist mit dem Spielmannsstand?
Freiheit kann nur dort es geben;
mit der Leier quer durch’s Land:
Willst Du gern als Barde leben?

Was Du auch wünschst, erfülle sich
Dir zum Geburtstagsfeste;
das Schicksal, das beglücke Dich
und sende Dir das Beste.

Lasset die Fanfaren klingen,
dass sie in der Burg erschallen
und in die geschmückten Hallen
froh die gute Kunde bringen!

Rufet aus die werten Namen
der gelad’nen Festtagsgäste,
dass bald eilen zu dem Feste
edle Herrn und holde Damen!

Treibt die Dienerschaft zur Eile!
Speis’ und Trank’ soll’n fertig sein;
bringt Köstliches zum Saal hinein,
auf dass man beim Bankett verweile!

Jubelt! Seht, dort nahet schon
das rühmliche Geburtstagskind,
dem wir zur Ehr’ versammelt sind:
Singt und hebt es auf den Thron!

Man hat Dir schon ein treues Pferd
zum Geburtstag stolz verehrt;
auch ein blankes Schwertgehenk
gab es einmal als Geschenk.
Der nächste Winter ist herum
und wir steh’n da und schauen dumm:
Was fehlt Dir noch, was soll es sein?
Hurra! Ein Fass voll Honigwein!



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